Die Bruttowertschöpfung der digitalen Gesundheitswirtschaft liegt 2017 bei 5,3 Mrd. €, und damit 51% bzw. 1,8 Mrd. € über dem Niveau von 2010. Seit 2006 wächst der digitale Sektor um durchschnittlich 3,8% pro Jahr. Trotzdem liegt der Anteil des Digitalen bei gerade mal 1,5% an der Bruttowertschöpfung des gesamten deutschen Gesundheitswesens. Es bleibt also viel Raum für Wachstum…

Das Eckpunktepapier des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie listet die Maßnahmen, um „die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft zu beschleunigen und innovative Start-ups auf diesem Markt zu unterstützen“.

Eckpunkte: So werden die Rahmenbedingungen verbessert 

  1. Unterstützung von digitalen, ganzheitlichen Lösungen durch Förderprogramme.
  2. Aufzeigen eines transparenten Weges in die Regelversorgung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss, den Bewertungsausschuss und die Zulassungsbehörden.
  3. Unterstützung beim Zugang zu Risikokapital durch besseren Business Case. Unternehmen und Verbände sollen bei der Festlegung der Gebührenziffer durch den Bewertungsausschuss beteiligt werden; digitale Angebote und Produkte sollen leistungsgerecht entlohnt werden.
  4. Schaffung von Experimentierräumen: Fördermöglichkeiten für Studien werden geprüft. Durch temporäre und lokal begrenzte Veränderung von Regularien sollen Innovationen ausprobiert werden können.
  5. Investitionen der Universitätskliniken in die digitale Infrastruktur sollen mit 500 Millionen Euro gefördert werden.
  6. Forschungsdaten, klinische Daten und Daten aus der Patientenversorgung sollen für die Forschung und die Patientenversorgung bereitgestellt und verknüpft werden. Ein integrierter Datenraum auf der Basis von offenen Normen, Standards und Schnittstellen wird angestrebt.
  7. Bundeseinheitliche, transparente und verbindliche Datenschutzregelungen sollen unter Beachtung der EU-Datenschutzgrundverordnung beim Umgang mit Gesundheitsdaten umgesetzt werden.
  8. Das Gespräch mit der Bundesärztekammer zur Anpassung des Fernbehandlungsverbots in der Musterberufsordnung soll gesucht werden. Eine bundesweite Anpassung des Fernverschreibungsverbots soll geprüft werden.
  9. Einheitliche Standards für Anwendungen der Telematikinfrastruktur, u.a. für die elektronische Patientenakte, sollen jedem Unternehmen die Möglichkeit geben, eine gesetzeskonforme elektronische Patientenakte anzubieten.

Mehr Tempo gewünscht

Das Tempo der Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft lasse noch zu wünschen übrig, so das BMWi. In der HIMSS EMRAM Studie, welche regelmäßig den Digitalisierungsgrad von Krankenhäusern in aller Welt misst, landet Deutschland dementsprechend – noch – auf einem der unteren Plätze.

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Quellen:

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie // Gesundheitswirtschaft Fakten und Zahlen, 2017
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie // Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft, Eckpunktepapier, 2017
Grafik: HIMSS Analytics Europe / HIMSS Analytics Database, Q4/2017 (data from 1/2014 – 12/2017), Status as of 1/1/2018