Es ist die ultimative Briefing-Vorgabe: „Es soll einfach sein, damit es jeder versteht.“

Warum eigentlich?

„Man muß die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.“, sagte schon Einstein.

Content Marketing bietet die Möglichkeit, die Ebene der inhaltlichen Infantilität zu verlassen; Hintergründe zu vermitteln, professionelle Relevanz zu bieten und Fakten solide darzustellen.

Wenn das im Widerspruch zu den komerziellen Interessen des herausgebenden Unternehmens steht, dann wirft dieses grundsätzliche Fragen zur Geschäftsethik und  und zum Produktnutzen auf.

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Nehmen wir mal Elektroautos.

Würden wir nicht allzugerne glauben, dass wir damit klimaneutral durch unsere Städte fahren.

So einfach ist es aber nicht.

„Keine seriös aufgestellte Ökobilanz für Batteriemobile wiederholt daher die politische Fiktion, die Gefährte seien klimaneutral.“, schreibt Spektrum der Wissenschaft.(1)

Diese Tatsache sollten die Autosteller aktiv und glaubhaut addressieren, wollen sie nicht die Diskussionshoheit über die Umweltbilanz von Elektroautos verlieren. Sie müssen aufzeigen, dass ihre Fahrzeuge überzeugende Vorteile bieten – und, dass sie gleichzeitig an einer besseren Umweltbilanz arbeiten.

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Nehmen wir mal Spracherkennung.

Lange vor Siri und Alexa gab es professionelle Systeme für Ärzte und Anwälte. Ich beriet viele dieses Firmen in der Kommunikation.

Ein Dauerthema war die Erkennungsrate – denn, selbst eine Genauigkeit von 98% bedeutet, dass eine Ärztin pro 100 Wörter zwei falsche Wörter finden und korrigieren muss.

„Ein Tumor“ oder „kein Tumor“  – es sollte besser richtig erfasst werden.

Eine Erkennungsrate von 98% ist eben nicht so einfach, wie es sich anhört. 

Mithilfe des Content Marketings erklärten wir die Arbeitsweise der Technologie, schufen Verständnis für ihre Schwächen, zeigten Lösungsmöglichkeiten und informierten über kontinuierliche Verbesserungen.

So steuerten wir die Diskussion weg von der Erkennungsrate hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung der Spracherkennung und ihres Nutzen für den Einzelnen und die gesamte Organisation.

Heute interesiert sich kaum mehr jemand für die Erkennungsrate. Sie ist nicht perfekt, ja – aber mit 98% kann man gut leben.

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Versuchen Sie es mit Anspruch!

Eine ausgeglichene, fundierte Darstellung der Vor- und Nachteile eines Produktes schafft Glaubwürdigkeit und Relevanz. Dadurch werden Ihre Inhalte wahrgenommen: Aus Empfänger werden Leser, aus Leser werden Kunden, aus Zielgruppen werden Communities.

Dabei hilft Ihnen Content Marketing, das nicht immer jeder verstehen muss. Es ist wichtig, Ihren Adressaten auf Augenhöhe zu begegnen und deren Informationsbedürfnisse adäquat zu bedienen. So positionieren Sie sich als ehrlicher, lösungsorientierter und zuverlässiger Partner. Dies bedarf manchmal komplexer Inhalte.

Aber „einfach“ ist oft einfach nicht angebracht.


(1) Spektrum der Wissenschaft, Online. 4.11.2017